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Anders wirtschaften

StattBank macht's möglich: Leistungen und Sachen bekommen, ohne dafür Geld zu bezahlen. Auch das Mitmachen bei StattBank kostet nichts.

Selbst der Kenner der Tausch-Szene entdeckt bei StattBank ein überraschend unkonventionelles System. Das Besondere:

StattBank hat keine eigene "Währung". Es wird nicht mit "Talenten", "Kreuzern", "Talern" oder dergleichen bezahlt, sondern mit den gewohnten Zeiteinheiten Stunde und Minute.

StattBank hat keinen Umrechnungskurs zu einer offiziellen Währung. Die Minute hat sechzig Sekunden und der Tag 24 Stunden, egal was aus allen Währungen dieser Welt einmal werden sollte. Es gibt bei StattBank also keine Inflation und keine Deflation.

StattBank hat eine so genannte "Umlaufsicherung". Das heißt, das niemand einen Vorteil davon hat, wenn er ein Guthaben hortet und dem Wirtschaftskreislauf entzieht. So ist es ja mit dem Geld: Es gibt gigantische Mengen davon, aber das meiste liegt irgendwo und heckt Zinsen. Das Guthaben bei StattBank verliert ganz langsam an Wert, wenn man es nicht wieder unter die Leute bringt. Alle drei Monate wird vom Kontostand, den jeder einzelne Tauscher bei StattBank hat, ein Sechzigstel als Gebühr abgezogen. Eine Minute pro Stunde, eine Sekunde pro Minute. Das gilt nicht nur für Guthaben, sondern auch für "Miese". Aus einer Stunde im Minus werden am Quartalsende minus 61 Minuten.

Das Mitmachen kostet kein Geld. StattBank will gerade denjenigen Menschen, die schwer oder gar nicht zu Geld kommen, die Teilhabe am gesellschaftlich Leben möglich machen. Aus freiwilligen Spenden deckt StattBank die unvermeidbaren Geldausgaben. Briefmarken, Telefon, Büromaterial sind bisher nicht im Tausch erhältlich.

StattBank ist eine regionale Angelegenheit, es dient der Wirtschaft und den Menschen in Berlin und Umgebung. Wer zum Beispiel sein Kofferradio vom Nachbarn reparieren lässt, exportiert weder Geld noch Arbeitsplatz nach China, wo so etwas hergestellt wird. Er verschafft seinem Nachbarn ein Zeitguthaben, mit dem der sich etwas leisten kann, und er kann anstelle des Kofferradios aus China zum Beispiel drei Zentner Kartoffeln vom regionalen Bauernmarkt kaufen.

Bei StattBank gibt es kein Limit für Guthaben oder Schulden, es gibt keine Frist innerhalb derer eine Schuld abgetragen werden muss. Wer Leistungen benötigt, aber sein Konto nicht mit eigenen Leistungen ausgleichen kann, bekommt vielleicht eine Gutschrift von Freunden oder von der StattBank-Verwaltung geschenkt.

StattBank ist nicht fälschbar und nicht betrügbar; für jede Leistung, die jemand nimmt, gibt es eine Gutschrift, mit der ein anderer etwas erwerben kann. Niemand kann etwas verlieren, auch dann nicht, wenn jemand es sich zum Ziel gesetzt hat, den Tauschring auszunutzen, ohne jemals selbst Leistungen zu bringen. Wir haben hier das Phänomen, dass unlauteres Handeln des Einzelnen für die Gemeinschaft und jeden einzelnen Teilnehmer zum Vorteil sein kann.

Bisher wird bei StattBank wie mit Banküberweisungen "bezahlt". Für jeden Tausch wird eine Art "Überweisungsformular" zur Verrechnung an die StattBank-Verwaltung geschickt. In Zukunft wird es "Noten" geben, Zettel mit einem Wert in Stunden, die man, wenn man will, bei der Verwaltung auf sein Konto gutschreiben lassen kann, oder auch direkt als Zahlungsmittel verwenden kann. Die Noten verlieren zu jedem Quartalswechsel nach dem aufgedruckten Ausgabedatum einen Teil des aufgedruckten Wertes (Umlaufsicherung).

Die StattBank-Noten werden absolut fälschungssicher sein, das heißt, leicht nachzumachen. So spart sich die Verwaltung Druckkosten, wenn sich wirklich jemand die Mühe machen sollte, "Blüten" zu produzieren. Wichtig ist, dass niemand geschädigt wird, und das ist gewährleistet.

Impressum
StattBank
c/o Thomas P. Bittner
Gierkezeile 23
10585 Berlin
030-34356622